Forum: Übersicht, Schulchemie
Fehler in der Nomenklatur
Mein Fehler? Oder Fehler vom Lehrer?
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Kampfkrümel      Hausdrache   

11.12.2006, 16:11
Mitglied seit 11/2006     9 Beiträge

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Betreff: Fehler in der Nomenklatur
Hi,

habe heute meine Chemie Klausur zurück bekommen. Die Klausur wird aufgrund eines sehr schlechten Ergebnisses von allen Mittwoch neugeschrieben. Bin nun mal Stück für Stück meine Fehler durchgegangen, allerdings verstehe ich manche meiner Fehler in der Nomenklatur nicht. Und zwar :

Aufgabe :

Benennen Sie die in Material 1 in der Struktur- und Halbstruktur dargestellten organischen Substanzen nach der IUPAC-Nomenklatur.


Habe ich soweit alle richtig, bis auf dieses Molekül :In meinen Augen ist das ein 2,4,5-trimethylhexan ... wurde mir aber als falsch angestrichen.
Angeblich richtige Antwort : 2,3,5-trimethylhexan ...

Aber warum? Meiner meinung nach ist der Methylrest an Nummer 4 ... oder muss ich von links zählen? Und wenn ja, warum?


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Ausserdem sollten wir das Molekül Propan-1,2-diol zeichnen ...

Habe es so gezeichnet :Richtig wäre angeblich gewesen :Meine Frage : Warum kommt hier die zweite OH Gruppe (nennt man das Alkoholrest?) auch an das zweite C-Atom? Wenn doch im Namen  ...1,2... steht ... was bedeutet dann die 1?



Hoffe mir kann das schnell jemand erklären ... wäre lieb ...

Gruß Sarah
Avatar CL20      

11.12.2006, 20:23
Mitglied seit 04/2006     56 Beiträge

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meine fresse^^ so schlimm kann chemie doch nicht sein!hierbei handelt es sich wirklich um 2,3,5 - trimethylhexan, da du bei einer aufzählung von links nach rechts die methylgruppen "dichter zusammenpacken" kannst (die 3 kommt vor der 4  ;-) )

den anderen "fehler" hätte ich dir aber nicht angestrichen, ich weiß spontan auch nicht warum da beide hydroxylgruppen am gleichen c-atom hängen sollen....das ist meiner meinung nach 2,2-propandiol  :-)

Ignoramus Et Ignorabimus
Avatar Christoph      

11.12.2006, 20:37
Mitglied seit 10/2004     228 Beiträge

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Hallo Sarah, hallo CL20,

für die erste Frage gibt es die einfache Regel, die man sich einfach merken muss: Man muss alle Ziffern miteinander addieren. Dies muss man von beiden Seiten aus machen. Die Seite mit der kleinsten Summe ist die richtige Seite, von der man anfangen muss.

Mit dem zweiten Molekül stehe ich auch auf dem Schlauch. Ehrlich gesagt sieht mir dies eher so aus, als ob hier Dein Lehrer ein falschen Fehler angestrichen hat. Vielleicht hast Du unsauber gezeichnet, so dass der Lehrer nicht erkennen konnte, wo Du denn jetzt die OH-Gruppe haben willst.

Das zweite von Dir angegebene Molekül ist übrigens Propan-2,2-diol; nicht 2,2-Propandiol.

Gruss
Christoph
Avatar CL20      

12.12.2006, 15:48
Mitglied seit 04/2006     56 Beiträge

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upsa... wird zeit dass ich nächstes semester wieder oc bekomm!  8-(

Ignoramus Et Ignorabimus
Kampfkrümel      Hausdrache   

12.12.2006, 18:16
Mitglied seit 11/2006     9 Beiträge

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Propan-2,2-diol - klar, sorry, war ein Tippfehler :) Hatte in der Klausur auch Propan-2,2-diol :)Ooooooh doch ;) War zwar bisher auch der Meinung, Chemie sei ganz ok, aber was da momentan ist... Ich blick einfach nicht durch... Nomenklatur, Polarität etc krieg ich ja auch die Reihe ... aber ein paar Fragen zu etwas anderen hab ich noch...

Und zwar hieß eine Aufgabe "Beschreiben Sie, wie die Elemente Kohlenstoff und Wasserstoff im Feuerzeuggas qualitativ nachgewiesen werden können" ... Was bedeutet qualitativ nachweisen? Finde in meinem Buch höchstens quantitative Analyse - und die versteh ich leider nicht ...

Wie Berechne ich Summenformeln? Irgendeinen (möglichst einfachen ;) ) Weg...

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Ausserdem angenommen beim Feuerzeuggas ... Vor einem Versuch habe ich V1 = 20 mL Feuerzeuggas, anschließend V2 = 78 mL Feuerzeuggas ... Was sagt mir das ganze dann?



Oh man, mir qualmt der Kopf... sitze da schon seit gestern ewig vor - und ich pack es einfach nicht (liegt dass daran dass ich blond bin?  :-D )

Lieben Gruß Sarah
Avatar Christoph      

13.12.2006, 11:38
Mitglied seit 10/2004     228 Beiträge

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Hallo,

kann ich verstehen. Ich hatte auch so meine Probleme mit der Chemie. Chemie kann ganz schön kompliziert werden. Aber wenn man einmal die Basis gelegt hat, dann funktionierts.  ;-) 

Qualitativ heißt, dass man die Elemente überhaupt nachweist, das bedeutet, dass man zeigt, dass sie überhaupt da sind.

Quantitativ ist schon ein wenig schwieriger. Hier muss man auch noch die Mengen nachweisen, d.h. aus welchen Anteilen der Stoff besteht.

Da Du nur eine qualitative Analyse brauchst: Hier ist sie für Kohlenstoff. Wenn man das Gas unvollständig verbrennen läßt (bei zu wenig Sauerstoffzufuhr) so erhält man eine rußende Flamme. Einfach ein Blech (vorsicht wird heiß) in die Flamme halten. Es beschlägt sich mit Kohlenstoff. Damit ist der Kohlenstoff nachgewiesen. Ein qualitativen Nachweis für Wasserstoff fällt mir so spontan hier nicht ein.

Summenformeln kann man berechnen, indem man weiß, in welchen Anzahlen die Elemente vorkommen. Dann kann man die Summenformel daraus ableiten (oder raten). Wenn es mehrere Summenformeln dann gibt, die man dann nehmen kann, muss man tatsächlich raten. Hier kann man dann später im Studium ein NMR-Gerät verwenden, um weitere Aussagen über die Nachbarschaft der Atome zu treffen (das aber erst weit weit später für Dich).

Hmm, Deine Versuchsbeschreibung verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht, woher das zusätzliche Feuerzeuggas kommen soll...
Dieser Beitrag wurde 1 mal verändert, zuletzt am 13.12.2006, 11:44 von Christoph
Kampfkrümel      Hausdrache   

13.12.2006, 13:39
Mitglied seit 11/2006     9 Beiträge

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Hallo tornau,

erstmal herzlichen Dank für deine Antwort. Klausur wurde heute morgen geschrieben, aber rein Interessehalber hier nochmal der Versuch, der mir ein Rätsel ist :

Durchführung :

Die Versuchsapparatur wird zunächst gründlich mit Stickstoff durchspült. Dann wird über einen der beiden dreiweghähne V1= 20 mL Feuerzeuggas in den benachbarten Kolbenprober gefüllt. Das Kupferoxid wird auf Rotglut erhitzt, dann lässt man das Feuerzeuggas langsam mehrmals über das erhitzte Kupfer(II)-oxid hin und herströmen, bis sich das Volumen in den Kolbenprober nicht mehr ändert. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur liest man das entsandene Gasvolumen ab. Das Gas leitet man anschließend in Kalkwasser.

Beobachtung :

1. Das schwarze Kupferoxid ist rötlich braun geworden (warum?)

2. Nach dem Abkühlen wird im Kolbenprober ein Volumen von V2= 78 mL abgelesen (das war das, was ich mit dem Volumen meinte... was ist passiert, dass sich das Volumen so extrem verändert hat?)

3. Das farb- und geruchlose Gas trübt Kalkwasser.




Lieben Gruß Sarah
Avatar Christoph      

13.12.2006, 22:04
Mitglied seit 10/2004     228 Beiträge

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In der Versuchsapparatur hat sich eine Reaktion abgespielt. Dabei wurde Sauerstoff dem Kupferoxid entrissen, welches mit dem Feuerzeuggas reagierte. Es entsteht Kohlenstoffdioxid, was Du durch die Probe mit Kalkwasser erfährst. Nun kannst Du auch noch die Menge berechnen, wieviel Kohlenstoffdioxid entstanden ist. Daraus läßt sich die Summenformel für das Feuerzeuggas folgern...

Mehr dazu werdet Ihr sicherlich bei der Klausurbesprechung machen. Sicherlich gibt Euer Lehrer Euch dann die Auflösung des "Rätsels".  :-) 

Christoph
Avatar CL20      

13.12.2006, 22:32
Mitglied seit 04/2006     56 Beiträge

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kann ich nur bestätigen (zur aufmunterung hoffentlich...)! chemie ist, zumindest was die schulchemie angeht meiner meinung nach nicht wirklich eine frage des intellekts, es geht eher um richtiges lernen von zusammenhängen und der rest ist einfach übung.

Ignoramus Et Ignorabimus
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